NOISE AND RESISTANCE

ein Film von Araiza Andrade und Julia Ostertag

 

27.1. bis 9.2.2012 im Schikaneder!

 

Deutschland 2011, 91 Minuten, digital

 

Regie, Kamera, Schnitt, Produktion: Julia Ostertag und Francesca Araiza Andrade

 

Es geht auch anders:

Kommerz, Kapital und Konsum sind keine unumstößliche Notwendigkeit unserer Gegenwart. Dass man mit dieser Meinung nicht allein sein muss, zeigen Francesca Araiza Andrade und Julia Ostertag in ihrem wütenden und mitreißenden Dokumentarfilm „Noise and Resistance“. Was manchen nur als Lärm und Störung gilt, machen sie als vitale Artikulation des Widerstands deutlich: Punk ist hier weder Modeerscheinung noch verstaubtes Relikt der Vergangenheit, sondern der lebendige Ausdruck eines Lebensgefühls.

 

Die beiden Regisseurinnen begeben sich mitten hinein in eine höchst lebendige und pulsierende, eine aufbegehrende und selbstbewusste Szene:

 

Ob Hausbesetzer aus Barcelona, Antifaschisten in Moskau, niederländische Gewerkschaftskämpfer, die Aktivisten des englischen CRASS-Kollektivs, queere Wagenplatzbewohner aus Berlin oder Punkgirl-Bands aus Schweden - immer ist die Musik eine kollektive Selbstbehauptung, ein vertontes Nein, dessen Losung „Do it yourself!“ zur lautstarken Internationale des 21. Jahrhundert geworden ist.

 

„Noise and Resistance“ ist eine inspirierende Reise durch Europas Utopia der Gegenwart, an subkulturelle Sehnsuchtsorte, wo aus Unabhängigkeit Gemeinschaft - und der beste Punk-Sound, den man seit Jahren gehört hat - entsteht.

„Noise and Resistance“ dokumentiert eine lebendige Szene in Europa: Mit dem Credo DIY - Do It Yourself - hat sie seit über 30 Jahren eine einzigartige, kreative und facettenreiche Subkultur hervorgebracht, die heute weltweit vernetzt ist und über nationale und gesellschaftliche Grenzen hinaus funktioniert. Der Film ist ein audiovisuelles Zeitzeugnis, das sich der DIY-Bewegung in ihrer Entstehung und Geschichte sowie in ihrer aktuellen Form nähert.

 

Der Film stellt das Außerordentliche dieser Subkultur in einen gesellschaftlichen Kontext und fragt, wie eine Subkultur dieser Art überleben kann. In enger Zusammenarbeit mit den Protagonisten und anderen aktiv Beteiligten der DIY-Szene beschreiben die Regisseurinnen einen alternativen Lebensentwurf, die Motive und Vorstellungen dahinter, die sich von einer alles beherrschenden Marktstruktur lossagen, eigene Strukturen behaupten und gerade dadurch politisch werden.

 

"Noise and Resistance" begleitet seine ZuseherInnen in diese Kultur und macht sie in ihrem Facettenreichtum nachvollziehbar, spürt den einzigartigen KünstlerInnen nach und den Schallwellen, die ihre Pionierarbeit stets nach sich zieht.
DIY-Veranstaltungen werden in Eigenarbeit organisiert, Eintrittsgelder und Preise bewusst niedrig gehalten. Entsprechend dienen sie nur der Kostendeckung oder werden zur Unterstützung weiterer Projekte und Initiativen eingesetzt. In den letzten Jahrzehnten sind durch die DIY-Bewegung europaweit zahlreiche Initiativen, Projekte und Zentren entstanden, in denen Menschen auf verschiedene Arten einen emanzipierten, rücksichtsvollen Umgang mit sich und ihrer Umwelt leben. Hier werden Räume geschaffen, die nach eigenen Gesetzen funktionieren und dadurch die Welt um einen wichtigen Aspekt erweitern: Kultur steht hier im Zeichen von aktiver Gesellschaftskritik.